Bildungsminister Wiederkehr: ,,Schule muss auf das Leben vorbereiten”

Bildungsminister Christoph Wiederkehr hält Grundsatzrede zum Plan Z (Bild: BKA/Tarek Wilde)

Am 13.11.2025 kündigt Bundesminister Christoph Wiederkehr in einer Rede die Aufholjagd des österreichischen Bildungssystems an und möchte Österreich durch seinen Plan Z auf die “Überholspur” befördern. Laut dem Bildungsminister bereitet die Schule nämlich nicht mehr auf das Leben vor.

Bildungs fürs 21. Jahrhundert

Wiederkehr beginnt seine Rede mit der Erläuterung der Gefahren durch KI, durch die Veränderungen in der Medienlandschaft und der Informationsbeschaffung sowie der Möglichkeit, gefälschte Videos erstellen zu können. “In einem Video habe ich gesehen, wie ich eine Zigarette geraucht habe.”, sagt der Minister, der seines Zeichens Nichtraucher ist. Bildung sei demnach die Antwort auf die vielen globalen Probleme, die durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz entstehen.

Mein Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler die Schule verlassen und sagen können: Ja, ich fühle mich auf das Leben gut vorbereitet.” Der Bildungsminister fordert das Vermitteln von Kompetenzen wie Kreativität, Problemlösungsfähigkeit, kritisches Denken, Resilienz, Unternehmergeist, digitale und soziale Fähigkeiten basieren soll. Fachwissen verliere in der heutigen Gesellschaft an Wichtigkeit. Stattdessen brauche es eigenständiges Denken und Engagement. Als konkrete Maßnahmen nennt er die Einführung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahrs, um Sprachdefizite zu verhindern, mehr Schulautonomie, Änderungen in den Pädagogen-Ausbildungen, mehr Schwerpunkte im Thema Innovation. Wiederkehr möchte die Bürokratie abbauen und den Lehrplan reformieren.

Die Pflichten von Schule und Schüler:innen

Wiederkehr spricht ebenso über seine Vorstellungen einer perfekten Schule. Demnach ist Bildung für ihn ein Gemeinschaftsprojekt. Sowohl die Schule, die Eltern und die Gesellschaft hätten die Pflicht, daran mitzuwirken. Man müsse evaluieren, welche Aufgaben die Schulen zu erfüllen haben und welche nicht und man müsse feststellen, was von Schüler:innen verlangt wird. Wiederkehr fordert Leistung. Man solle dadurch keinen Druck erfahren, sondern sich motiviert fühlen, sich anzustrengen. Leistung sei für den Bildungsminister die Basis, um sein Leben selbst zu gestalten und um etwas zur Gesellschaft beizutragen. “Junge Menschen sollen mündige, kreative und auch glückliche Erwachsene werden”, so Wiederkehr.

So soll der Plan entstehen

Der Plan Z soll durch das Mitwirken von Expert:innen und diversen Vertreter:innen erstellt werden. Wiederkehrs Ziel ist es, bis März einen fertigen Plan zu haben und die Umsetzung dieses Plans direkt im Anschluss zu starten. Der Bildungsminister rechnet in der Planausarbeitung mit vielen Diskussionen. „Es geht darum, nicht einfach immer mehr Stoff und neue Fächer hinzuzufügen, ohne dass was wegfällt. Worauf wir verzichten können, wird die Diskussion der nächsten Monate sein“, so der Minister.


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